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Buchbesprechung: Der Körper erinnert sich, Babette
Rothschild
Synthesisverlag, Essen, 2002
Als ich dieses Buch vor 3 Jahren entdeckte (die englische
Orginalfassung ist 2000 in New York erschienen), empfand ich es für meine
therapeutische Arbeit als eine echte Bereicherung, sowohl für leichtere
als auch schwerer traumatisierte KlientInnen. Ebenso hinsichtlich mancher
Defizite in meiner Ausbildung als Körperpsychotherapeutin Anfang der 80iger
Jahre, in der unkritisch Katharsis und Abreaktionen immer als richtig
und willkommen betrachtet wurden, war das Buch ein hilfreiches Korrektiv
und bestätigte mich in meiner jahrelangen Suche nach ressourcenorientierteren,
salutogenetischen Therapiemethoden.
Babette Rothschild formuliert im
Vorwort die Intention ihres Buches: eine Brücke
zu bauen zwischen Theorie und therapeutischer Praxis, zwischen verbalen
und körperorientierten Therapieformen. Die in ihrem Buch beschriebenen
körpertherapeutischen Interventionen beruhen auf Techniken o h n e Berührung,
da bei KlientInnen, die körperlichen und sexuellen Missbrauch erlebt haben,
direkte Berührung mit Vorsicht zu handhaben ist.. Sie schließt sich Antonio
Damasio an, der in seinem Buch "Descartes`s Irrtum", 1994, die Meinung
vertritt, in Bezug auf wissenschaftliche Objektivität eher Skepsis walten
zu lassen, vor allem in der Neurobiologie, wo Erkenntnisse immer nur als
vorübergehend betrachtet werden könnten, da sie erfahrungsgemäß über kurz
oder lang von neuen Erkenntnissen abgelöst würden. Babette Rothschild
beschreibt auf klare und verständliche Art und Weise die komplizierten
Prozesse, die im Körper und Gehirn von traumatisierten Menschen stattfinden.
Dabei beruft sie sich auf die neuesten Forschungsergebnisse, einmal auf
die Säuglingsforschung, vor allem aber auf die Forschungen des Körperpsychotherapeuten
Bessel van der Kolk, der auf dem EABP-Kongress in Travemünde(2000) mit
Pat Ogden eine beeindruckende Videodemonstration über eine Therapiesession
mit einer schwer traumatisierten Klientin gezeigt hatte.
Vor allem der Praxisteil des Buches ist reich an Anregungen
für Körperpsychotherapeuten. Die detaillierten Therapieprotokolle veranschaulichen,
wie präzise und geschickt Babette Rothschild ihren KlientInnen hilft,
den gefährlichen Traumawirbel zu umschiffen.
Die mit äußerster Aufmerksamkeit, sowohl von der Therapeutin als auch
von den KlientInnen selbst, registrieren Körpersignale,
die den jeweiligen Erregungsgrad anzeigen, weisen den Weg in sicherere
Räume, wo das traumatische Ereignis aus einer guten Distanz heraus, betrachtet,
empfunden, gefühlt, erzählt und schließlich integriert werden kann.
Besonders beeindruckend ist das Protokoll über Charly und den Hund, wo
beschrieben wird, wie Charly über bestimmte exterozeptive Reize des Tast-
und Sehsinns in eine Flashbacksituation katapultiert wird, die ihn vor
Angst erstarren lässt, und wie er in Minischritten das traumatische Erlebnis
verarbeiten und als Teil seiner Vergangenheit betrachten kann. Ähnlich
faszinierend das Therapieprotokoll von Gail und dem Autounfall, wo immer
wieder im Therapieverlauf der Erregungszustand gecheckt und der beruhigende
Anker mobilisiert wird, wenn die Erregung zu intensiv wird oder die KlientIn
dissoziiert. Die immense Bedeutung der Verlangsamung,
der Bremse und der Minischritte in Bezug auf Körperempfindungen,
Gefühle und eine zeitlich und logisch zusammenhängende Narration werden
in aller Ausführlichkeit erklärt.
Im folgenden werden die wesentlichen Prämissen und Schlussfolgerungen
in Bezug auf die Therapie und Heilung von posttraumatischen Belastungsstörungen
dargelegt:
Rothschild beruft sich insbesondere auf die Forschungsergebnisse
des Neurologen Damasio, der in "Descartes`s Irrtum" aufzeigt, dass eine
Gefühlserfahrung nur mit einer dazugehörigen Körperempfindung existieren
und erlebt werden kann. Das heißt, dass Menschen,
die von ihren Gefühlen abgetrennt sind, oder ihre Gefühle nicht einordnen
oder benennen können (Alexithymie), mit Hilfe eines intensiven Trainings
der Körperwahrnehung wieder Zugang zu ihren Gefühlen herstellen und darüber
hinaus lernen können, ihre Gefühle besser zu regulieren.
Kinder haben die Möglichkeit, ihre Gefühle zu regulieren, wenn sie zu
ihren Bezugspersonen eine sichere Bindung eingehen konnten. Sicher gebundene
Kinder haben erlebt, dass ihre BZP einfühlsam für ihre Gefühle und Bedürfnisse
waren, dass sie mit ihnen mitschwingen konnten, und dass nach Missstimmungen
wieder Harmonie eingekehrt ist. Sie verfügen über die
Fähigkeit, den Zyklus Attunement-Misattunement-Reattunment immer wieder
zu durchlaufen und dadurch wird es ihnen möglich, genug innere Substanz
aufzubauen und sich von Frustrationen nicht aus der Bahn werfen zu lassen,
sondern sie produktiv zu nutzen.
Menschen mit unsicherer Bindungserfahrung sind
anfälliger für posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Die
unterschiedlichen Typen von PTBS-Klienten ergeben sich einmal aus der
Schwere der traumatischen Situation, ihrer Dauer,
und den Ressourcen der Klienten und ihrer Umwelt. So haben Holocaustüberlebende
mit vielen Ressourcen und einem positiven familiärem Hintergrund trotzdem
PTBS, wegen der Schwere des erlittenen Traumas. Da das Gehirn das Körperorgan
ist, das am veränderbarsten in positiver und negativer Hinsicht ist, ist
es auch am verwundbarsten.
Auswirkungen von traumatischen
Erlebnissen auf Körper und Gehirn
Zum Zeitpunkt der Geburt zählt das Gehirn zu den unausgereiftesten Körperorganen.
Jedoch enthält es alles, was es für seine zukünftige Entwicklung braucht.
Die Gehirnentwicklung ist stark formbar, programmierbar
und umprogrammierbar. Die Großhirnrinde ist die komplexeste und
am leichtesten beeinflussbare Hirnstruktur, das Stammhirn die einfachste
und am schwersten beeinflussbare Struktur. Die extreme Formbarkeit erklärt
das Auftreten dysfunktionaler emotionaler Muster, wie PTBS, ermöglicht
aber ebenso eine heilende therapeutische Beeinflussung.
Wenn Babys von Bezugspersonen großgezogen werden, die nicht in der Lage
sind, ihre Bedürfnisse ausreichend zu erfüllen, laufen sie Gefahr, zu
Erwachsenen zu werden, denen die Fexibilität mangelt, mit den Wechselfällen
des Lebens fertig zu werden. Das Gehirn ist nicht fähig, negative Erfahrungen
zu verarbeiten und zu integrieren, denn sichere Bindungserfahrungen stimulieren
die Gehirnentwicklung und die Reifung des Nervensystems. Das Stammhirn
steuert grundlegende Körperfunktionen, wie Herzfrequenz, Atmung, Ausscheidung,
Verdauung. Das Mittelhirn oder das limbische
System ist der Sitz der Überlebensinstinkte und Reflexe. Es beeinflusst
die glatte Muskulatur der Organe und das autonome Nervensystem. Dieses
wiederum steuert Reaktionen auf traumatischen Stress, wie Kampf, Flucht
und Erstarrung. Die Amygdala und der Hippokampus als Teil des limbischen
Systems sind vor allem für das Verständnis von Traumaerinnerungen wichtig.
Die Amygdala ist zur Zeit der Geburt bereits reif, der Hippokampus reift
zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr. Nur wenn beide voll funktionsfähig
sind, können wir die Erlebnisse in ausreichendem Maße verarbeiten. Traumatische
Ereignisse lassen jedoch oft eine Verarbeitung nicht zu, da bei starkem
Stress Hormone ausgeschüttet werden, die die Hippokampusaktivität unterdrücken.
Eine längere Kortisolausschüttung ( Stresshormone), wie sie bei traumatischen
Ereignissen erfolgt, beeinträchtigt eine gesunde Hippokampusaktivität.
Menschen mit PTBS-Symptomen erinnern sich an ihre traumatischen Erlebnisse
als verwirrende emotionale und sensorische Zustände, die in keinen zeitlichen
und räumlichen Kontext eingeordnet werden können. Diese Einordung leistet
normalerweise der Hippokampus, der bei traumatischem Stress nicht angemessen
funktioniert. Bessel van der Kolk hat herausgefunden, dass während traumatischer
Ereignisse die Aktivität des eng mit dem Hippokampus verbundenen Sprachzentrums
in der linken Gehirnhälfte unterdrückt ist. Er spricht von dem sprachlosen
Schrecken des Traumas. Sichere Bindungserlebnisse ermöglichen dem Baby,
starke negative und positive Stimulationszustände selbst zu regulieren.
Die positiven Interaktionen zwischen Bezugsperson und Kind erlauben immer
höhere Grade von Stimulation und Erregung. Die meisten Traumaforscher
sind der Meinung, dass die Disposition zu starken emotionalen Belastungszuständen
bis hin zu PTBS mit belastenden Erlebnissen aus früheren Entwicklungsphasen
zusammenhängen, wie z.B.Vernachlässigung, körperliche u. emotionale Gewalt,
sexueller Missbrauch, der frühe Tod eines Elternteils, schwere Unfälle
und Krankheiten.
PTBS entsteht, wenn das Gehirn traumatische Erlebnisse nicht angemessen
verarbeiten kann. Um dies zu verstehen, ist es wichtig, zwischen explizitem
und implizitem Gedächtnis zu differenzieren. Das explizite Gedächtnis
speichert Fakten, Konzepte, logische Zusammenhänge und ist von Sprache
abhängig.
Das implizite Gedächtnis, oder auch somatische Gedächtnis, speichert Handlungen
und innere Zustände.,die automatisch ablaufen. Es bleibt weitgehend unbewusst.
Manchmal sind im i. G. beunruhigende Emotionen und Körperempfindungen
gespeichert, ohne dass zwischen ihnen und dem Kontext, in dem sie entstanden
sind, eine Verbindung hergestellt werden kann.. Traumatisierte
Menschen sind nicht in der Lage, ihre Symptome im Kontext ihrer Erlebnisse
zu verstehen. Sie werden von situationsabhängigen Triggern geplagt,
die als Traumaauslöser fungieren (siehe Protokoll Charly und der Hund).
Verhaltensweisen und Überzeugungen, die während
traumatischer Erlebnisse konditioniert worden sind, scheinen beständiger
zu sein als solche, deren Konditionierung unter geringeren Stresseinwirkungen
entstanden sind. Natürliche Impulse, sich zu schützen oder sich zu verteidigen
werden dadurch gelöscht, und können später nicht mehr als Selbstschutz
mobilisiert werden.
Durch hohe Erregungszustände, wie beim Sport,
Sex oder großer Freude, die mit erhöhter Herzfrequenz, schnellem Atem
etc. einhergehen, können traumatische Erinnerungen ins Bewusstsein gelangen.
Die erhöhte Stressanfälligkeit von Menschen
mit PTBS ist auf eine übermäßige und chronisch gewordene Aktivierung des
autonomen Nervensystems(ANS) zurückzuführen. Normalerweise steigt
und sinkt abwechselnd die Erregung des Parasympathikus und Sympathikus.
Wenn eine Stresssituation beendet ist, kehrt der P. und S. in die Ausgangslage,
einer entspannten Wachheit, zurück. Ist jedoch der Zustand des ANS konstant
hoch, schießt er bei einer neuen Stresssituation noch mehr nach oben,
und das Gefühl entsteht, mit der Situation nicht mehr fertig zu werden.
Emotionen und Körper
Emotionen werden wohl vom Bewusstsein wahrgenommen und interpretiert,
sind jedoch eine rein körperliche Erfahrung. Jede Emotion ist charakterisiert
durch ein bestimmtes Muskelkontraktionsmuster, das sich in Gesicht, Körperhaltung,
Stimme, Gestik niederschlägt. Unterschiedliche Emotionen fühlen sich unterschiedlich
an. Diese Empfindungen werden von den propriozeptiven Nerven an das Gehirn
übermittelt und signalisieren ein bestimmtes Gefühl und dessen Interpretation.
Der Neurologe Damasio entdeckte 1994 in Untersuchungen, dass rationales
Denken ohne Emotionen nicht möglich ist. Der Mensch nimmt seine Emotionen
über die entsprechenden Körperempfindungen bewusst wahr. Um
eine gute Entscheidung treffen zu können, müssen wir die Auswirkungen
einer Entscheidung körperlich-psychisch nachempfinden können. Diese Empfindungen
fungieren als somatische Marker, die als Lebenskompass dienen.
In der Therapie mit PTBS-Patienten ist Vorsicht geboten was Gefühlsabreaktionen
oder kathartische Prozesse betrifft. Die Frage erhebt sich, ob ein Gefühlsausdruck
heilend und integrierend oder schädlich und retraumatisierend ist.
Schon Ferenczi hatte sich 1932 auf dem psychonalytischen Kongress in Wiesbaden
diese Frage gestellt. Er berichtete von Patienten, die im Laufe der Therapie
vermehrt an nächtlichen Angstzuständen oder an Alpträumen litten, und
für die die Therapiestunde zu einem angst-hysterischen Anfall wurde. Er
stellte die Hypothese auf, dass verfrühte Interpretationen und unbewusste
Gegenübertragungsgefühle den Therapieprozess unterminieren würden. Jedoch
dauerte es viele Jahrzehnte bis seine Beobachtungen durch wissenschaftliche
Forschungen, wie der Stress- und Traumaforschung, genauer erklärt werden
konnten.
Dissoziation und Flashback sind die häufigsten Begleiterscheinungen von
PTBS. In der Dissoziation erfolgt eine Abspaltung
von Aspekten des Traumas, wie Fakten, Reihenfolge des Geschehens, physiologische
und psychologische Reaktionen. Amnesien(Gedächtnisverlust) sind
die bekannteste Art von Dissoziation. Manche Menschen fühlen sich wie
betäubt, spüren keinen Schmerz, keine Gefühle, werden ohnmächtig oder
fühlen sich außerhalb ihres Körpers.
Ein Flashback ist das teilweise oder vollständige
Wiedererleben eines traumatischen Ereignisses: dazu gehören auditive und
visuelle Flashbacks oder somatische Symptome als versteckte Flashbacks.
Die traumatischen Erinnerungen sind nicht auf einer zeitlichen Linie als
vergangene erinnerbar, sondern frei flottierend als Flashbacks in der
Gegenwart. Möglicherweise sind unerklärliche somatische Symptome, über
die sich Ärzte und Therapeuten den Kopf zerbrechen, Manifestationen von
somatischem Wiedererleben einer traumatischen Situation.
Therapeutische Praxis
Was läuft falsch, wenn eine Traumatherapie retraumatisierend wirkt? Die
KlientIn läuft Gefahr, von einer Therapie überfordert zu werden, wenn
der therapeutische Prozess schneller ist, als es die KlientIn verkraften
kann. Dies passiert, wenn zu viele Erinnerungen, Bilder, Handlungen, Gefühle,
Körperempfindungen auf einmal aktiviert werden. Das autonome Nervensystem
produziert mehr Arousal (Erregung) als der Klient verkraften kann. Die
Belastungsfähigkeit eines Klienten ist individuell zu evaluieren und hängt
von dessen Ressourcen ab. Richtschnur des therapeutischen
Handeln ist, dass die Funktionsfähigkeit des Klienten im Alltag nicht
beeinträchtigt, sondern verbessert wird. Klienten, die kaum über
Ressourcen verfügen, müssen mit Hilfe der therapeutischen Beziehung, diese
langsam aufbauen, andere Klienten müssen verschüttete Ressourcen wiederentdecken.
Nach Schore (Affectregulation and the origin of the self,1994) bedeutet
eine gute therapeutische Beziehung eine Neukodierung
einer positiven, mitfühlenden Bindungserfahrung. Dem Klienten wird ein
neuer positiver somatischer Marker (Körpergefühl) zur Verfügung gestellt,
wenn er an Beziehungen denkt. Versucht der Therapeut direkt an
traumatischen Erinnerungen zu arbeiten, ohne dass eine vertrauensvolle
Beziehung entstanden ist, erlebt sich der Klient wieder allein gelassen
mit seinem Trauma. Eine sichere Bindung zum Therapeuten entsteht, wenn
die KlientIn in der Beziehung den Zyklus attunement-misattunement-reattunement
handhaben kann. Misattunement ist in der therapeutischen Beziehung notwendig,
damit die Fähigkeit, den Einklang wiederherzustellen, gelernt werden kann.
Dies wirkt stärkend auf die Beziehung.
Hauptaufgabe der Therapie ist die Entwicklung oder
Wiederaneignung von Ressourcen. Dazu gehören funktionelle, körperliche,
psychische, soziale und spirituelle Ressourcen. Wichtig
für die KlientIn ist es zu begreifen, dass alle ihre Abwehrmechanismen,
wie Dissoziation, Amnesie etc. Ressourcen sind, und dass die Therapie
dazu dient, das, was fehlt, zu entwickeln (z.B. Rückzug - Kontakt mit
anderen).
Eine wichtige Fähigkeit, die der Klient in der Therapie
erwerben sollte, ist sein Hyperarousal (Übererregung)
zu bremsen ( siehe Therapieprotokolle). Dafür nennt Rothschild
unterschiedliche Techniken, die den Traumawirbel umschiffen:
Oasen: eine Aktivität,
die Konzentration und Aufmerksamkeit erfordert, wie Körperübungen, Meditation,
Malen, Schreiben etc.
Anker: vermittelt
ein Gefühl von Wohlbehagen und Erleichterung. Das kann ein Ort, ein Mensch,
ein Tier, eine Aktivität sein.
Sicherer Ort: ein
realer Ort, den die Kl. kennt; ein Ort des Schutzes u. der Sicherheit.
Sensorische Erinnerungsspuren aktivieren, wie Anblick, Gerüche, Geräusche,
Temperatur, etc
Distanzierung durch duale Awareness: d.h. zwischen
dem beobachtenden Selbst und dem erlebendem Selbst hin und her pendeln
Frustrationstoleranz positiven
und negativen Gefühlen gegenüber erhöhen, Verständnis vom Kommen
und Gehen von Gefühlen (Ebbe u. Flutphänomen)
Traumatheorie für die KlientIn transparent
machen
Den Körper als Bündnispartner
einsetzen:
Übung von Körperwahrnehmung mit Hilfe von Fragen, die sich an Begriffen
wie Spannung, Druck, Temperatur, Tempo, Härte, Weichheit, Zittern, Kribbeln,
Ruhe, Aufgerichtetsein, Zusammengesunkensein, Wachheit, Schläfrigkeit
etc..orientieren. Eine wichtige Frage ist z.B.:
Woran merken Sie im Körper, ob Sie sich wohl fühlen?
Körperempfindungen helfen uns herauszufinden, ob wir durstig, müde, hungrig,
glücklich, traurig etc.sind. Angst und Schmerz sind Signale, die ernst
genommen werden wollen. Das augenblickliche Körpergewahrsein verankert
einen Menschen im Hier und Jetzt, beruhigt ihn und ermöglicht ihm, die
Gegenwart von der traumatischen Vergangenheit zu trennen.
Der Körper als Diagnoseinstrument
für den Erregungsgrad:
Entspannung - leichte Erregung - starke Erregung - gefährliche Erregung(Hyperarousal),
d.h. extreme Beschleunigung von Atem-u. Herzfrequenz, Erbleichen. Wenn
diese Symptome vorhanden sind, ist es wichtig, Bremsen einzusetzten durch
Körperwahrnehmung, Anker, Oasen, sicherer Ort, duale Awareness etc..
Das Buch von Babette Rothschild ist meines Erachtens
ein Grundlagenwerk für alle Körperpsychotherapeuten, da es das Wahrnehmungs-
und Erkenntnisvermögen für körperliche, seelische und geistige Prozesse
schult und die Rolle und Aufgabe des Therapeuten als eines hilfreichen
Begleiters und Führers aus unwegsamem und gefährlichem Gelände klar definiert.
Wenn die theoretischen Grundlagen der Traumatherapie wirklich verstanden
wurden, dann wäre die Gefahr von ungewollt schädlichen therapeutischen
Interventionen um einiges geringer.
Frankfurt, den 1.10.2004
Margit Grossmann, 2. Vorsitzende der DGK
Email: margit.grossmann@t-online.de
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